ORP und Redox im Wasser: Was Plus, Minus und Millivolt bedeuten
Der ORP-Wert zeigt, ob sich eine Wasserprobe bei der Messung eher oxidierend oder eher reduzierend verhält. Angegeben wird der Wert in Millivolt, kurz mV.
Ein positiver Wert steht für eine eher oxidierende Richtung. Ein negativer Wert steht für eine eher reduzierende Richtung. Bei wasserstoffangereichertem Wasser kann gelöstes H₂ den Messwert deutlich in den Minusbereich verschieben.
Die einfache Idee: Warum wird ein Apfel braun?
Ein aufgeschnittener Apfel wird mit der Zeit braun, Eisen kann rosten und Öl kann ranzig werden. Das sind leicht erkennbare Beispiele für Oxidation.
Reduktion beschreibt die Gegenrichtung einer Redoxreaktion. Der ORP-Wert hilft dabei, diese Richtung in einer Wasserprobe als elektrische Spannung sichtbar zu machen.
Er bewertet dabei nicht den Geschmack und zeigt auch nicht, welche einzelnen Stoffe im Wasser enthalten sind.
ORP in 60 Sekunden erklärt
ORP steht für Oxidation-Reduction Potential. Auf Deutsch wird dafür Oxidations-Reduktions-Potential oder Redoxpotential verwendet.
Positiver Wert
Die Wasserprobe zeigt bei der Messung eine eher oxidierende Richtung.
Negativer Wert
Die Wasserprobe zeigt bei der Messung eine eher reduzierende Richtung.
Einheit Millivolt
Das Messgerät zeigt die elektrische Spannungsdifferenz in Millivolt, abgekürzt mV.
Merksatz: Plus bedeutet eher oxidierend. Minus bedeutet eher reduzierend. Der Messwert gehört immer zu einer bestimmten Wasserprobe und zu den jeweiligen Messbedingungen.
Bei Redoxreaktionen werden Elektronen übertragen
Eine Redoxreaktion besteht immer aus zwei verbundenen Vorgängen: Ein Stoff gibt Elektronen ab, ein anderer nimmt sie auf.
Oxidation
Ein Stoff gibt Elektronen ab. Dieser Vorgang heißt Oxidation.
Elektronenwechsel
Die Elektronen wechseln von einem Reaktionspartner zum anderen. Sie verschwinden dabei nicht.
Reduktion
Ein anderer Stoff nimmt Elektronen auf. Dieser Vorgang heißt Reduktion.
Ein ORP-Messgerät zählt keine einzelnen Elektronen. Es misst die elektrische Spannung, die sich aus den vorhandenen Redoxpaaren und den Messbedingungen ergibt.
So lesen Sie die ORP-Skala
Die Skala verläuft vom negativen über den Nullpunkt in den positiven Bereich. Ein einzelner Wert lässt sich jedoch nur zusammen mit pH-Wert, Temperatur, Wasserzusammensetzung und Messgerät sinnvoll vergleichen.
Positiver Bereich
Leitungswasser kann abhängig von Aufbereitung, Sauerstoff, Mineralien und regionaler Wasserchemie einen positiven ORP-Wert zeigen.
Bereich um 0 mV
Die Probe zeigt bei dieser Messung keine stark positive oder stark negative Richtung.
Negativer Bereich
Wasserstoffangereichertes Wasser kann durch gelöstes H₂ deutlich in den negativen Bereich wechseln.
Bis ca. −900 mV bei Cajosol®
Der Cajosol® 206 kann unter passenden Bedingungen einen ORP-Wert bis ca. −900 mV erreichen. Der tatsächliche Wert hängt unter anderem von Ausgangswasser, Einstellung, Temperatur und Messzeitpunkt ab.
Warum Leitungswasser häufig einen positiven ORP-Wert zeigt
Der ORP-Wert wird von mehreren Bestandteilen und Bedingungen gleichzeitig beeinflusst.
Gelöster Sauerstoff
Wasser nimmt beim Kontakt mit Luft Sauerstoff auf. Das kann die oxidierende Richtung verstärken.
Aufbereitung und Leitungsnetz
Aufbereitung, Transport und Kontakt mit Rohrleitungen beeinflussen die Zusammensetzung der Wasserprobe.
pH-Wert und gelöste Stoffe
Mineralien, Leitfähigkeit, pH-Wert und weitere gelöste Stoffe wirken sich auf die Messung aus.
Ein positiver ORP-Wert bedeutet nicht automatisch, dass Leitungswasser schlecht ist. Er beschreibt lediglich die gemessene Redoxrichtung dieser Probe.
Wann oxidativer Stress entsteht
Zellen bilden laufend reaktive Sauerstoffverbindungen, kurz ROS. In kontrollierten Mengen gehören sie zu normalen Signal- und Abwehrprozessen. Oxidativer Stress entsteht, wenn mehr reaktive Verbindungen gebildet werden, als Schutz- und Reparatursysteme verarbeiten können.
Reaktive Sauerstoffverbindungen entstehen laufend
Sie entstehen unter anderem bei der Energiegewinnung, bei Immunreaktionen und bei körperlicher Belastung.
Der Körper besitzt eigene Schutzsysteme
Antioxidative Enzyme, körpereigene Moleküle und Reparaturmechanismen helfen dabei, reaktive Verbindungen zu kontrollieren.
Oxidativer Stress entsteht bei einem Überschuss
Werden mehr reaktive Verbindungen gebildet, als verarbeitet werden können, verschiebt sich das Redoxgleichgewicht.
Anhaltender oxidativer Stress kann Zellen belasten
Ein länger bestehender Überschuss kann Lipide, Proteine und DNA chemisch verändern. Welche Folgen entstehen, hängt von Dauer, Stärke und betroffenem Gewebe ab.
Drei Schritte zum oxidativen Stress
1. Reaktive Verbindungen entstehen
Stoffwechsel, Entzündungen, Umweltfaktoren und intensive Belastung können die Bildung reaktiver Sauerstoffverbindungen erhöhen.
2. Schutzsysteme gleichen aus
Antioxidative Enzyme und Reparaturmechanismen begrenzen normalerweise die Wirkung dieser Verbindungen.
3. Der Ausgleich reicht nicht mehr aus
Oxidativer Stress entsteht, wenn die reaktive Belastung die vorhandenen Schutz- und Reparaturmöglichkeiten übersteigt.
Der ORP-Wert im Wasser und der Redoxzustand im Körper sind verschiedene Dinge. ORP beschreibt eine Wasserprobe außerhalb des Körpers. Der Organismus besitzt viele getrennte Redoxsysteme in Blut, Zellen und Zellorganellen. Ein negativer ORP-Wert im Wasser lässt sich deshalb nicht direkt auf den Körper übertragen.
Warum Wasserstoffwasser einen negativen ORP-Wert erreichen kann
Wasserstoffwasser enthält zusätzlich gelösten molekularen Wasserstoff H₂.
Ohne zusätzliche H₂-Anreicherung
Das Ausgangswasser kann abhängig von seiner Zusammensetzung einen positiven, neutralen oder weniger stark negativen Wert zeigen.
Mit gelöstem H₂
Molekularer Wasserstoff gehört zu den reduzierenden Bestandteilen der Probe und kann den ORP-Wert deutlich senken.
ORP ist nicht die H₂-Konzentration
Der ORP-Wert zeigt die Redoxrichtung. Die tatsächliche Menge an gelöstem H₂ wird mit einer eigenen Wasserstoffmessung bestimmt.
Molekularer Wasserstoff H₂ beeinflusst die Redoxbedingungen einer Wasserprobe und kann den ORP-Wert in den negativen Bereich verschieben. Welche Reaktionen nach dem Trinken im Körper ablaufen, wird nicht durch den ORP-Wert bestimmt.
Was „bis ca. −900 mV“ beim Cajosol® 206 bedeutet
Der Cajosol® 206 kann das zuvor gefilterte Wasser mit molekularem Wasserstoff anreichern und den gemessenen ORP-Wert unter passenden Bedingungen bis ca. −900 mV verschieben.
Der Wert gehört immer zu den Messbedingungen
Ausgangswasser, pH-Einstellung, gewählte Wasserstoffstufe, Temperatur, Filterzustand, Messgerät und Messzeitpunkt beeinflussen das Ergebnis.
9 Titan-Platin-Elektrolyseplatten
Im Cajosol® 206 arbeiten neun gesinterte Titan-Platin-Elektrolyseplatten.
3 Wasserstoffstufen
Die H₂-Anreicherung kann passend zur gewünschten Nutzung in drei Stufen gewählt werden.
pH-Auswahl von ca. 6,0 bis 9,5
pH-Wert und ORP-Wert beschreiben unterschiedliche Eigenschaften des Wassers.
Der Wert von bis ca. −900 mV beschreibt einen deutlich negativen Messbereich. Er ist keine Angabe zur Menge des gelösten Wasserstoffs und ersetzt keine vollständige Wasseranalyse.
Warum der ORP-Wert allein nicht ausreicht
ORP ergänzt andere Angaben, ersetzt sie aber nicht.
Filtration
Der ORP-Wert zeigt nicht, welche einzelnen Stoffe oder Partikel im Wasser enthalten sind.
pH-Wert
Der pH-Wert zeigt, ob Wasser sauer, neutral oder alkalisch ist. Er ist eine eigene Messgröße.
Gelöster Wasserstoff
Die H₂-Konzentration wird separat gemessen und zum Beispiel in mg/L oder ppm angegeben.
Messbedingungen
Temperatur, Gerät, Elektrode, Luftkontakt und Messzeitpunkt gehören zur Einordnung des Werts.
ORP richtig messen: fünf einfache Schritte
1. Messgerät prüfen
Verwenden Sie das Gerät nach Herstelleranleitung und prüfen Sie die Elektrode mit der vorgesehenen Referenzlösung.
2. Frische Probe verwenden
Messen Sie möglichst direkt nach der Wasserentnahme und vermeiden Sie langes Offenstehen.
3. Stabilen Wert abwarten
Warten Sie, bis sich die Anzeige ausreichend stabilisiert hat.
4. Bedingungen notieren
Notieren Sie ORP-Wert, pH-Wert, Temperatur, Wasserart, Geräteeinstellung und Messzeitpunkt.
5. Gleiches mit Gleichem vergleichen
Vergleichen Sie Werte möglichst mit demselben Gerät und unter ähnlichen Bedingungen.
Cajosol® 206 + 203: zuerst filtern, danach weiter aufbereiten
Das System verbindet die Cajosol® 203 Filteranlage mit dem Cajosol® 206 Wasserstoffwasser-Ionisator.
Cajosol® 203 Filteranlage
Die 203 filtert zuerst das Leitungswasser. Der ORP-Wert allein zeigt nicht, welche Stoffe oder Partikel im Wasser enthalten sind.
- mehrstufige Filtration
- Kokosnussschalen-Aktivkohle
- KDF-Material und Ultrafiltration
- fest unter der Spüle installiert
Cajosol® 206 Ionisator
Der 206 übernimmt nach der Filtration die pH-Auswahl, Ionisierung, Wasserstoffanreicherung und Wasserstrukturierung.
- 9 gesinterte Titan-Platin-Elektrolyseplatten
- 3 Wasserstoffstufen
- pH-Auswahl von ca. 6,0 bis 9,5
- ORP bis ca. −900 mV unter passenden Bedingungen
ORP kurz zusammengefasst
- Plus: Die Probe verhält sich eher oxidierend.
- Minus: Die Probe verhält sich eher reduzierend.
- H₂-Wasser: Gelöster Wasserstoff kann den Wert deutlich senken.
- Bis ca. −900 mV: Dieser Cajosol®-Wert gilt unter passenden Ausgangs- und Messbedingungen.
- ORP ist nicht H₂: Die Wasserstoffkonzentration muss separat gemessen werden.
- Oxidativer Stress: entsteht, wenn reaktive Prozesse die körpereigenen Schutz- und Reparatursysteme überfordern.
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Häufige Fragen zu ORP und Redox
Was bedeutet ORP im Wasser?
ORP beschreibt das Oxidations-Reduktions-Potential einer Wasserprobe. Der Wert wird in Millivolt gemessen.
Was bedeutet ein negativer ORP-Wert?
Ein negativer Wert zeigt, dass sich die Probe bei der Messung eher reduzierend verhält.
Ist ein negativer ORP-Wert automatisch besser?
Nein. ORP ist eine einzelne Messgröße. Für die Einordnung zählen außerdem Filtration, pH-Wert, Temperatur, Wasserzusammensetzung und Messbedingungen.
Warum hat Leitungswasser häufig einen positiven ORP-Wert?
Gelöster Sauerstoff, Aufbereitung, pH-Wert, Mineralien und weitere Bestandteile können die oxidierende Richtung beeinflussen.
Was bedeutet bis ca. −900 mV bei Cajosol®?
Der Cajosol® 206 kann unter passenden Bedingungen einen deutlich negativen Messwert bis ca. −900 mV erreichen. Der tatsächliche Wert hängt von Wasser, Einstellung und Messung ab.
Ist ORP dasselbe wie der Wasserstoffgehalt?
Nein. ORP zeigt die Redoxrichtung. Die Menge des gelösten H₂ wird separat gemessen.
Warum verändert sich der ORP-Wert nach der Entnahme?
Luftkontakt, Temperatur und das Entweichen gelöster Gase können den Messwert verändern.
Was hat oxidativer Stress mit Redox zu tun?
Oxidativer Stress beschreibt ein biologisches Ungleichgewicht: Reaktive Sauerstoffverbindungen entstehen schneller, als Schutz- und Reparatursysteme sie kontrollieren können. Der ORP-Wert einer Wasserprobe ist davon zu unterscheiden.
ORP-Werte richtig einordnen
Das Cajosol® 206 + 203 verbindet mehrstufige Filtration, pH-Auswahl und frische Wasserstoffanreicherung direkt am Küchenhahn.


